Das Leben auf der Strasse

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Scene 1 (0s)

Hintergrundbild 1920x1080 HD Schwarz.

Scene 2 (6s)

[Audio] Leonie: Stell dir vor, du wachst morgen auf und hast kein Zuhause mehr. Kein Bett, keine Sicherheit, keinen Ort, an den du zurückkehren kannst. Für tausende Menschen ist das keine Vorstellung, sondern Realität. Hiermit heissen wir euch herzlich willkommen zu unserer VA-Präsentation über das Thema Obdachlosigkeit..

Scene 3 (26s)

[Audio] Anika: kommen wir zum Inhalt. Diese acht Punkte strukturieren heute unsere Präsentation. Sie führen von den Ursachen der Obdachlosigkeit über den Alltag auf der Strasse, bis hin zu den Hilfsangeboten, die wir besucht haben. Ihr bekommt ausserdem einen Einblick in unsere persönlichen Begegnungen und Interviews, denn das war der spannendste Teil unserer Arbeit.

Scene 4 (50s)

Hilfsorganisation Jobdach Luzern kennenlernen Interview mit Betreuungsperson Gassenküche besuchen Interview/ Gespräch mit einer von Obdachlosigkeit betroffener Person.

Scene 5 (1m 8s)

[Audio] Wir haben uns bewusst für das Thema Obdachlosigkeit entschieden, weil es ein Problem ist, das direkt in unserer Gesellschaft stattfindet und trotzdem oft übersehen wird. Im Alltag begegnen wir Menschen ohne festen Wohnsitz auf der Straße, an Bahnhöfen oder in Innenstädten, doch viele schauen weg oder denken nicht weiter darüber nach. Genau das hat uns zum Nachdenken gebracht. Bei unserer Recherche wurde uns klar, dass Obdachlosigkeit jeden treffen kann. Ein Jobverlust, eine Krankheit oder familiäre Probleme können ausreichen, um das ganze Leben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Diese Erkenntnis hat uns besonders bewegt und war ein wichtiger Grund, warum wir uns intensiver mit diesem Thema beschäftigen wollten. Außerdem wollten wir verstehen, welche Rolle Hilfsorganisationen spielen und wie sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Uns war wichtig zu zeigen, dass Obdachlosigkeit nicht nur ein individuelles Versagen ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, bei dem Hilfe, Prävention und Solidarität eine große Rolle spielen. Wir haben dieses Thema gewählt, weil wir nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken anregen möchten darüber, wie schnell sich ein Leben verändern kann und was wir als Gesellschaft tun können, um Obdachlosigkeit zu verhindern..

Scene 6 (2m 28s)

[Audio] Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit werden oft verwechselt, unterscheiden sich jedoch deutlich. Obdachlosigkeit beschreibt Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und auf der Straße, in Notunterkünften oder vorübergehend bei anderen leben. Wohnungslosigkeit bedeutet hingegen, dass Menschen zwar eine Unterkunft haben, diese aber unsicher oder nur vorübergehend ist. Vereinfacht gesagt: Alle Obdachlosen sind wohnungslos, aber nicht alle Wohnungslosen sind obdachlos..

Scene 7 (3m 0s)

[Audio] In der Schweiz gibt es keine speziellen Gesetze, die sich explizit mit Obdachlosigkeit im öffentlichen Raum befassen. Grundsätzlich gelten für obdachlose Menschen die gleichen Rechtsvorschriften wie für alle anderen. Ein nationales Gesetz, das eine generelle Wegweisung von obdachlosen Personen aus dem öffentlichen Raum erlaubt, existiert nicht. Wegweisungen können jedoch auf Grundlage der kantonalen Polizeigesetze erfolgen, wenn die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gestört wird. Typische Beispiele hierfür sind Lärmbelästigung, Vermüllung oder das Einrichten von Schlaflagern an sensiblen Orten. Solche Wegweisungen müssen stets verhältnismässig sein. Das bedeutet, dass sie nicht diskriminierend sein dürfen, einem legitimen öffentlichen Interesse dienen müssen und zeitlich nur so lange wie nötig erfolgen dürfen. Darüber hinaus sind bei Wegweisungen die Grundrechte der Bundesverfassung zu beachten. Dazu zählen der Schutz der Menschenwürde, die Bewegungsfreiheit und das Recht auf Hilfe in Notlagen. Besonders wichtig ist, dass eine Wegweisung ohne das Angebot einer Alternative, wie beispielsweise einer Notunterkunft, rechtlich problematisch sein kann..

Scene 8 (4m 16s)

[Audio] Wieso denkt ihr sind Personen Obdachlos? Obdachlosigkeit in der Schweiz entsteht meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Persönliche Gründe sind beispielsweise Sucht, psychische Erkrankungen, schwere Krankheiten, Trennungen oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Strukturell spielt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, steigende Mieten und ein niedriges Einkommen eine große Rolle. Auch soziale und politische Faktoren tragen dazu bei, etwa fehlender Anspruch auf Sozialhilfe, unsicherer Aufenthaltsstatus oder ein fehlendes soziales Netzwerk. Heute sind zunehmend Menschen mit psychischen Problemen, Migranten, Sans Papiers, Asylsuchende und Haftentlassene von Obdachlosigkeit betroffen..

Scene 9 (5m 3s)

[Audio] Denkt ihr ein Geschlecht ist mehr betroffen und wenn ja welches? Obdachlosigkeit in der Schweiz stark von der Region abhängt. In grossen Städten wie Genf sind deutlich mehr Menschen betroffen als in kleineren Städten. Rund 83 % der obdachlosen Menschen sind Männer, und ebenfalls etwa 83 % besitzen keinen Schweizer Pass, viele davon ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Nur ein kleiner Teil bezieht Sozialhilfe, da Sans Papiers davon ausgeschlossen sind und für viele die Wohnungssuche im Vordergrund steht. Zudem haben viele Betroffene keine abgeschlossene Ausbildung, sind arbeitslos oder verdienen sehr wenig, was den engen Zusammenhang zwischen Armut und Obdachlosigkeit zeigt..

Scene 10 (5m 50s)

[Audio] Frage stellen: Wie viele sind betroffen? In der Schweiz sind 2‘200 Menschen obdachos. Gleichzeitig sind etwa 8000 Personen vom Verlust ihrer Wohnung bedroht und könnten in Zukunft ebenfalls obdachlos werden. Diese Zahl stamm aus einer Studie des Bundesamtes für Wohnungswesen (B-W-O--), die Daten aus zahlreichen Gemeinden und Städten sammelt und hochrechnet..

Scene 11 (6m 15s)

[Audio] Das Leben auf der Strasse ist für obdachlose Menschen ein täglicher Überlebenskampf. Ohne festen Schlafplatz sind sie ständig auf der Suche nach Sicherheit und geraten dabei oft in Konflikte mit anderen Betroffenen, Passanten oder der Polizei. Polizeikontrollen und Wegweisungen gehören für viele zum Alltag. Zusätzlich leiden obdachlose Menschen häufig unter gesundheitlichen Problemen. Kälte, Nässe, mangelnde Hygiene sowie unregelmässige und unausgewogene Ernährung führen oft zu Krankheiten, Mangelernährung und im Winter zu akuter Unterkühlungsgefahr. Viele sichern ihr Überleben durch Betteln oder den Verkauf von Strassenzeitungen. Das verdiente Geld wird meist für lebensnotwendige Dinge verwendet, teilweise aber auch für Drogen oder andere Suchtmittel. Trotz ihrer schwierigen Lebenslage werden obdachlose Menschen oft mit Vorurteilen konfrontiert und dafür verantwortlich gemacht. Diese Ausgrenzung erschwert es ihnen zusätzlich, Hilfe anzunehmen oder wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Dennoch zeigen viele Betroffene grosse Stärke und entwickeln Überlebensstrategien, um ihren Alltag zu bewältigen..

Scene 12 (7m 31s)

[Audio] Für wie viel denkt ihr verkaufen sich die Frauen, welche von Obdachlosigkeit betroffen sind Seit 2026 heisst es tragwerk Gassenküche bietet zum geldverdienen auch das angebot der gassenzeitung an.

Scene 13 (7m 46s)

[Audio] Anika: Wir haben an einem Mittwochnachmittag Jobdach besucht. Das werde ich euch jetzt genauer vorstellen. Jobdach betreibt drei zentrale Angebote: Notschlafstelle, Obdach¨und Wärchstatt. Der Verein Jobdach ist eine Organisation in Luzern, die sich seit 1996 um Menschen kümmert, die am Rand der Gesellschaft stehen — besonders solche, die obdachlos, suchtkrank oder psychisch belastet sind. Jobdach arbeitet im Rahmen der Viersäulenpolitik des Kantons Luzern und wird durch öffentliche Gelder, Spenden sowie Beiträge von Gönnerinnen und Gönnern finanziert. Gehen wir nun genauer in die drei Angebote rein..

Scene 14 (8m 30s)

[Audio] Anika: Die Notschlafstelle und Obdach haben seit August einen neuen Standort am Neuweg 3 in Luzern. Seit über 35 Jahren gibt es dies schon. Es gibt insgesamt 6 Dreibettzimmer, eins davon ist ausschliesslich nur für Frauen vorgesehen. Dort können Menschen abends vorbeikommen und haben die Möglichkeit in einem warmen Bett schlafen zu können. Sie bekommen etwas zu essen, können duschen und ihre Kleider waschen. Fachpersonen sind vor Ort und sprechen mit den Menschen über ihre aktuelle Situation. Gemeinsam wird geschaut, welche Hilfe sie brauchen und wie es weitergehen könnte. Besonders im Winter ist die Notschlafstelle sehr wichtig, da sie Schutz vor Kälte und Gefahr bietet..

Scene 15 (9m 16s)

Dreibettzimmer. Räumlichkeiten Notschlafstelle. Frauenzimmer.

Scene 16 (9m 34s)

[Audio] Anika: Ein weiteres wichtiges Angebot ist „Obdach – Betreutes Wohnen“. Dieses richtet sich an Menschen, die aufgrund von Suchterkrankungen oder psychischen Problemen nicht selbstständig wohnen können. Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten möblierte Einzelzimmer oder Studios und werden individuell betreut. Eine Bezugsperson unterstützt sie im Alltag, etwa bei der Haushaltsführung, bei Terminen, im Umgang mit Behörden oder beim Aufbau einer Tagesstruktur. Ziel dieses Angebots ist es, Stabilität zu schaffen und die Selbstständigkeit der Betroffenen schrittweise zu fördern. Durch die rund um die Uhr erreichbare Betreuung fühlen sich viele Menschen erstmals seit langer Zeit sicher und ernst genommen..

Scene 17 (10m 19s)

Wohnung. Räumlichkeiten Obdach. Küche. [image] Ein Bild das Im Haus Metall Maschine Aluminium enth lt KI generierte Inhalte k nnen fehlerhaft sein.

Scene 18 (10m 33s)

[Audio] Anika: Zusätzlich bietet Jobdach mit der Wärchstatt eine strukturierte Tagesbeschäftigung an. Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die aktuell nicht im regulären Arbeitsmarkt tätig sein können. In der Wärchstatt übernehmen sie handwerkliche Arbeiten, Gartenarbeiten oder andere praktische Tätigkeiten. Dadurch erhalten sie eine feste Tagesstruktur, stärken ihr Selbstwertgefühl und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Für ihre Arbeit erhalten sie einen kleinen Lohn, was ihnen ermöglicht, einen Teil ihres Lebensunterhalts selbst zu finanzieren. Gleichzeitig werden sie sozialpädagogisch begleitet und auf einen möglichen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet..

Scene 19 (11m 17s)

[Audio] Urs Schwab ist seit vielen Jahren eine zentrale Bezugsperson der Notschlafstelle Luzern. Als Fachbereichsleiter trägt er die Verantwortung für die täglichen Abläufe, die fachliche Weiterentwicklung des Angebots sowie für die Unterstützung seines Teams. Mit 27 Jahren Berufserfahrung in der Notschlafstelle – davon rund 24 Jahre in leitender Funktion – verfügt er über ein tiefes Verständnis sowohl für strukturelle Herausforderungen als auch für die persönlichen Schicksale der Klientinnen und Klienten. Sein Weg in die soziale Arbeit begann früh: Urs suchte Arbeit und stiess auf eine Stelle in der Gassenküche Luzern. Danach arbeitete er in einem betreuten Wohnheim für suchtbetroffene Menschen. In der Notschlafstelle startete er zunächst als Aushilfe und wurde später festangestellt. Heute ist er neben administrativen Aufgaben tagsüber auch nachts in kleinem Pensum direkt in der Betreuung der Klienten tätig. Das Team der Notschlafstelle besteht aus Fachpersonen mit sozialem Hintergrund – darunter Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Sozialbegleiter und Pflegefachpersonen. Urs betont, dass auch psychiatrisches Fachwissen immer wichtiger wird, da psychische Belastungen bei den Klienten zunehmen. Eine der grössten Herausforderungen ist die Dynamik innerhalb der Gruppe. Manche Abende verlaufen ruhig und humorvoll, an anderen kommt es zu Konflikten oder Eskalationen. Gleichzeitig bauen die Mitarbeitenden Beziehungen zu den Menschen auf und erfahren von schweren Schicksalsschlägen, was emotional belastend sein kann. Für Urs ist der professionelle Umgang mit diesen Situationen – ohne zu verzweifeln – eine der wichtigsten Kompetenzen in dieser Arbeit. Besonders berührt hat ihn die Geschichte einer Klientin, die oft in der Notschlafstelle ein und ausging und sagte: „Ich komme nach Hause“, wenn sie dort ankam. Dies zeigt, dass die Notschlafstelle für viele mehr ist als nur ein Schlafplatz. Auch Gewalt gehört leider zum Alltag: Urs selbst wurde bereits körperlich angegriffen, und mehrmals im Jahr muss die Polizei beigezogen werden – etwa bei Hausverboten, die nicht akzeptiert werden. Sicherheit hat dabei stets oberste Priorität. Für die Zukunft wünscht sich Urs vor allem mehr richtigen Wohnraum für die Betroffenen, auch wenn er realistisch einschätzt, dass dies schwer umsetzbar bleibt. Er betont zudem, dass es Menschen gibt, die sich bewusst für ein Leben auf der Strasse entscheiden. Diese Lebensform gilt es zu respektieren. Manche kommen nur kurz vorbei, um zu schlafen, Kleidung zu waschen oder Gesellschaft zu haben – und ziehen dann weiter..

Scene 20 (14m 5s)

[Audio] Besonders berührt hat ihn eine Klientin, die immer sagte, sie komme „nach Hause“, wenn sie in die Notschlafstelle kam. Das zeigt, wie wichtig dieser Ort für viele Menschen ist. Eine grosse Herausforderung ist die Gruppendynamik. An manchen Abenden ist die Stimmung gut, an anderen kann es zu Streit oder Eskalationen kommen. Zudem baut man Beziehungen zu den Menschen auf und erfährt von schweren Schicksalen, was emotional belastend sein kann. Es kommt auch zu Gewaltvorfällen. Urs hat selbst schon einen Schlag ins Gesicht bekommen, und ein paar Mal pro Jahr muss die Polizei beigezogen werden, zum Beispiel wenn ein Hausverbot nicht akzeptiert wird. Er erzählte uns auch von Menschen, die sich bewusst für ein Leben auf der Strasse entscheiden. Diese Menschen brauchen ihre Freiheit und möchten nicht in Mehrbettzimmern leben. Das müsse man akzeptieren..

Scene 21 (14m 58s)

Geladenes Auto. Besuch in der Stadt. Stand. Lebensmittel.

Scene 22 (15m 16s)

[Audio] FR Abend Aufgrund seines Wunsches nach Anonymität können wir kein Foto von ihm zeigen. Auch sein genaues Alter wollte er nicht verraten; wir schätzen ihn auf 50 bis 60 Jahre. Felix stammt ursprünglich aus der Dominikanischen Republik und ist heute Schweizer Bürger. Sein erster Satz im Interview war: „Ich kenne die Strasse wie meine Hände.“ Schon in diesem Moment wussten wir, dass wir den richtigen Interviewpartner gefunden hatten. Noch bevor wir unsere erste Frage stellen konnten, stellte Felix eines klar: Er nimmt keine Drogen. Die Ursache seiner Obdachlosigkeit liegt in schweren Familienproblemen und einem Gefängnisaufenthalt. Aus Geldnot begann er zu stehlen, wurde erwischt, verurteilt – und verlor dadurch seine Wohnung. Von einem Tag auf den anderen stand er auf der Strasse. Dabei war Felix nie arbeitslos aus Bequemlichkeit. Er hat bei der Caritas gekocht und geputzt, auf Baustellen gearbeitet und über acht Jahre beim Jobdach mitgeholfen. Dort war er bekannt als zuverlässig und fleissig. „Ich war nie ein fauler Mensch. Ich habe immer geschuftet“, sagt er. Heute lebt Felix ohne Zuhause. Abends geht er um 21 Uhr in die Notschlafstelle. Manchmal schläft er im öffentlichen WC am Bahnhof Luzern, weil es dort wenigstens etwas wärmer ist. Die Lüftung bläst warme Luft hinein. „Es ist kein schönes Leben, aber es ist ein Leben“, erzählt er uns. Im Sommer wirken die Abende für Felix fast erträglich. Es ist länger hell, wärmer, lebendiger. „Im Sommer ist es wie ein Spiel“, sagt er. Doch im Winter wird dieses Spiel zum Überlebenskampf. Die Nächte sind kalt, feucht und gefährlich. Trotzdem war Felix selten krank – die psychischen Belastungen seien jedoch umso schwerer. Am meisten schmerzt ihn die Gleichgültigkeit der Menschen. „Viele sehen uns nicht“, sagt er leise. „Sie sagen: Geh arbeiten! Sie kennen unsere Geschichten nicht.“ Am Vortag unseres Interviews verkaufte Felix nur fünf Gassenzeitungen. Das Geld reichte gerade für die Übernachtung und etwas zu essen. Die Unterstützung der Sozialversicherung reicht nie für eine ganze Woche. Trotz allem hat Felix seine Hoffnung nicht verloren. Als wir ihn nach seinen Zukunftsplänen fragten, lächelte er – mit Tränen in den Augen. Er wünscht sich eine eigene Adresse, eine glückliche Ehe. Doch sein grösster Wunsch ist es, anderen Menschen in ähnlicher Lage zu helfen. Das hat uns sehr berührt, da Felix jetzt schon daran denkt anderen Menschen helfen zu wollen. Zum Schluss sagte Felix einen Satz, der uns in Erinnerung blieb. „Wir Obdachlosen sind nicht unsichtbar. Man muss nur hinsehen wollen.“.

Scene 23 (18m 29s)

Einblick Interview. Radiomikrofon mit einfarbiger Füllung.

Scene 24 (18m 49s)

[Audio] Obdachlosigkeit lässt sich nicht von heute auf morgen beseitigen, aber sie ist vermeidbar, wenn Politik, Gesellschaft und Institutionen gemeinsam handeln. Frühe Hilfe, bezahlbarer Wohnraum, soziale Absicherung, Bildung und eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten sind die wichtigsten Bausteine, um Menschen gar nicht erst in die Obachlosigkeit abrutschen zu lassen. Vorbeugung bedeutet, den Menschen rechtzeitig zu sehen, bevor er auf der Straße steht. Denn jeder Mensch verdient ein Zuhause, Sicherheit und die Chance auf ein würdevolles Leben..

Scene 25 (19m 27s)

Daumen hoch-Zeichen mit einfarbiger Füllung. Interview mit Felix Einblick in die Notschlafstelle Die Stadttour.

Scene 26 (19m 36s)

Zusammen etwas kaufen. Bons Hilfsangebote. [image] huc Gas S echuchi.

Scene 27 (19m 46s)

[Audio] Unsere Besuche in der Gassenküche und bei Jobdach haben uns einen berührenden und ehrlichen Einblick in die Realität der Betroffenen ermöglicht. Die Begegnungen mit Urs Schwab und besonders das persönliche Interview mit Felix, der uns gezeigt hat, wie hart und gleichzeitig hoffnungsvoll das Leben auf der Strasse sein kann, wurde uns klar, dass hinter jedem obdachlosen Menschen eine Geschichte steckt, die man sehen und respektieren sollte. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass ein grosser Teil des Problems auch in der Gesellschaft liegt. Viele Menschen reagieren mit Unsicherheit oder Vorurteilen gegenüber Obdachlosen. Wir selbst hatten am Anfang auch Hemmungen, doch durch diese Begegnungen und intensiver Auseinandersetzung, fühlen wir uns nun sicherer und offener und treffen diese Menschen jetzt mit einem ganz anderen Gefühl an: offener, respektvoller und mit mehr Mitgefühl..

Scene 28 (20m 42s)

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, noch Fragen?.